2 von 1000

Vergleich dich nicht!

Oft erwische ich mich dabei, wie ich mich und mein Leben mit anderen vergleiche. Meistens kommen die anderen dabei besser weg und mein Selbstbewusstsein leidet ein wenig. Dann muss ich mir immer sagen, dass nicht alles was glänzt auch Gold ist und jeder oft nur seine positiven Dinge nach außen trägt. Aber das ist ein anderes Thema. Seit ich mich mit dem Phänomen „Glücklich werden- glücklich sein“ beschäftige empfinde ich das Vergleichen sogar als eine Art Selbstgeißelung. Man guckt und macht und hört was andere im Leben erreicht haben oder in die Wege leiten, manche gradewegs den perfekten Lebensweg bestreiten und scheinbar alles in die Hand gelegt bekommen und dann sieht man andere, die nicht das sorgenfreie Leben führen und deren Lieblingssatz lautet : „Warum geht es andern besser als mir?“ Das Vergleichen fängt schon im Kindesalter an. Da hat die Schulfreundin eine viel liebevoller gefüllte Brotdose, während deine arbeitende Mutter nach der Nachtschicht „nur“ ein Brötchen vom Bäcker mitbringen konnte. Die Klassenkameraden haben ein viel cooleren Rucksack, während du dich mit einem nachgemachten Model begnügen musst. Auch ein gutes Beispiel, seit ich Mutter bin ist das Vergleichen der eigenen Kinder mit anderen gleichaltrigen. Aber nicht in die Richtung mein Kind ist besser als deins, sondern ganz im Gegenteil, „Oh mein Gott, mein Kind kann noch nicht stehen, sitzen, krabbeln und deiner läuft schon fast!“ und ich glaube unterbewusst geben wir diese Angst an die nächste Generation weiter. In diesem Jahr hatte ich eine Art Schlüsselerlebnis, dass mich dazu veranlasst hat, den Versuch zu wagen, all diese negativen Aspekte aus meinem Leben zu streichen. Ein kleiner Aderlass in Richtung Glücklich sein. Ich bin nie ganz zufrieden mit mir, sei es optisch oder was meine Karriere angeht. Aber wer ist das schon. Was ich nie in Frage gestellt habe ist mein Kind und die Beziehung zu meinem Mann. Und wie in jeder guten Beziehung gab es auch bei uns die ein oder andere Verirrung. Unser erster großer Bruch hat uns viel über uns gelehrt, und in erster Linie dass wir ehrlich sein müssen zueinander und was noch viel wichtiger ist, dass wir uns lieben und respektieren, egal in welcher Situation wir uns partnerschaftlich befinden. Wir sind an dieser Situation gewachsen, immerhin sind wir jetzt glücklich verheiratet, aber für mich und mein Selbstbewusstsein hat das ganze einen kleinen Rattenschwanz mit sich gezogen. So habe ich anfangs das Gefühl gehabt, ich würde ihm nicht mehr genügen, ich nach Kind und Chaos neben anderen nicht die erste Wahl. Im Laufe dieses „Tiefs“ hat mein Mann mir klar gemacht, dass dem nicht so ist, aber es sitzt doch tief und ich habe viel Fantasie. Im Nachhinein war es nicht annähernd meiner Vorstellung gleich. Durch Umstände war dieser Aspekt leider immer wie eine kleine Wolke über unserem sozialen Leben, die Welt ist halt ein Dorf, und so kam es immer mal wieder, dass man Dinge mitbekommen hat, unbeabsichtigt, die wieder den Vergleichsmodus auf den Plan riefen und irgendwann kam der Punkt an dem ich für mich beschlossen habe den Kopf in diesen Dingen einzuschalten und die Logik rauszukramen. Vielleicht wirken andere schlanker oder erfolgreicher, aber man weiß, auch andere Menschen haben ihre Päckchen zu tragen. Und mit diesem Gedankengang fühlte ich mich direkt etwas freier. Als sich die Situation ergab, dass man mal etwas näher dran am Geschehen war, festigte sich der Eindruck für mich etwas mehr und das erste Mal seit etwa drei Jahren hatte ich nicht mehr das Bedürfnis, mich vergleichen zu müssen. Ich konnte meinen Mann ansehen und die Art wie wir miteinander umgehen und hatte den Klickmoment, dass ich genauso wie ich bin auch für meinen Mann das bin, was er will und was er immer wollte. Und an diesem Punkt haben wir beschlossen, dass wir uns Immunisieren gegen die giftigen Geister der Vergangenheit, kein Vergleichen mehr mit anderen und die glücklichen Momente viel mehr zu genießen. Wenn jemand unglücklich ist, so denke ich, ist er selbst dafür verantwortlich, diese Situation zu ändern. Genau wie ich beschlossen habe, einfach GLÜCKLICH zu sein. Also hört auf eure Kinder zu vergleichen, hört auf eure Beziehungen zu analysieren und stellt euch nicht neben andere Menschen um eure Schwächen zu finden, sondern seht alles was euch ausmacht als Besonderheit, denn wir sind alle Einzigartig und jeder hat das Recht darauf glücklich zu sein. Also seid GLÜCKLICH!